Die-Weise-von-Liebe-1-e1457953529145Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

Melodram für Sprecher und Klavier von Viktor Ullmann nach Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

 

Inhalt
  • Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke
    (Text: Rainer Maria Rilke / Musik: Viktor Ullmann)
Beschreibung

Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke – duo pianoworte
„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ von Viktor Ullmann gilt als einer der bedeutendsten Beiträge zur Kunstform des Melodrams. Die Komposition entstand in seinen letzten Lebensmonaten im Konzentrationslager Theresienstadt, das zwar von der Nazi-Propaganda als „Vorzeigelager“ oder gar als „jüdische Mustersiedlung“ ausgegeben wurde, tatsächlich aber in seiner Funktion ebenfalls eine Sammel- oder Durchgangsstation zu den Vernichtungslagern im Osten wie viele andere war. Ullmann stellte sich in dieser extremen Situation ganz in den Dienst der so genannten „Freizeitgestaltung“, wo es zu Höchstleistungen in allen kulturellen Bereichen kam – vom Klavierabend bis zur Opernaufführung. Immer an das Gute im Menschen glaubend, organisierte Ullmann bis zuletzt Konzerte.

Für seine Cornet-Komposition dürften entscheidende Impulse von Sondermeldungen ausgegangen sein: die Landung der Westalliierten am 6. Juni 1944 und der Beginn der sowjetischen Großoffensive am 22. Juni. Das erklärt auch seine fast euphorische Stimmung im Vorgefühl der erhofften baldigen Befreiung. Der Komponist vollendete das Werk in einer vollwertigen Klavierfassung innerhalb von nur drei Wochen – teilweise auf Papierfetzen, die ihm eben gerade verfügbar waren. Lediglich das erste Musikstück hat er noch selbst orchestrieren können, die Grundzüge der Orchesterfassung aber in dem nur schwer entzifferbaren Manuskript ausführlich eingetragen. Viktor Ullmann hat das Werk noch mehrfach selbst in Theresienstadt aufgeführt – kurz vor dem Abtransport nach Auschwitz, wo der jüdische Komponist im Oktober des Jahres 1944 ermordet wurde.

Im Jahre 1912 veröffentlichte Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) die »Weise von Liebe und Tod« als Im Jahre 1912 veröffentlichte Rainer Maria Rilke die »Weise von Liebe und Tod« als ersten Band der neu gegründeten Insel-Bücherei. Das Werk wurde sofort ein riesiger Erfolg und war in der Zeit zwischen den Kriegen ein richtiges Kultbuch. Es hat einer vom Krieg zerstörten und erneut vom Krieg bedrohten Nation in einer Weise emotionalen Trost vermittelt. Die lyrisch-impressionistische Prosa von Rilke ist voll der Gefühle von Jugend, Lebenshunger und Liebe aber auch von Tod. Das letztlich zeitlos-universelle Schicksal des jungen Soldaten schwankt zwischen Glorifizierung des Heldentodes und der Sinnlosigkeit (jungen) Sterbens; die Erzählung changiert zwischen Gefühlen von überzogener Ehre, Verlust und Traurigkeit.

Das Werk endet mit dem Tod des Protagonisten – doch der individuelle Tod tritt hinter einer Idee, die überlebt, zurück. Und anscheinend hat Ullmann sein eigenes, ähnliches Schicksal schon Mitte der 30er Jahre – angesichts des nationalsozialistischen Terrors – vorausgeahnt. Aus dieser Zeit findet sich eine Tagebuchnotiz in Reimform:

Was liegt an mir!
Ein Kämpfer fiel –
Das Schlachtpanier
Weht einst am Ziel…

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